Der 2. Jahrestag des Todes meiner Tochter

 

Heute sind es genau 2 Jahre.

Es ist der 31. 1. 2018 ein ganz besonderer Tag für mich. 

 

Schon am Morgen, bin ich sehr fein und sanft und weich.

 

Ich fuehle mich.

Ich fühle, dass es der Tag ist,

von mir und meiner Tochter.

 

Ich spüre sie. Sie ist da. Sie ist ganz nah.

 

Ich weine. Einfach so, aus dem Nichts.

 

Ich schaue mir die Bilder an,

von ihrem Abschied,

Im Wald, meines Vaters. 

 

Wo mein Vater wunderschön zurecht gemacht hat,

es waren dort nur Dornbuesche.

 

Ich lief paar Tage davor, mit meinem Vater durch den Wald

und er zeigte mir die Stellen, die er im Kopf hatte, für den Abschied. 

 

Ich lief mit meinem Vater durch den Wald

und ich erinnerte mich an einen Tag,

als ich noch ein Kind war

und wir zusammen mit den Pferden in diesem Wald ausgeritten sind.

 

Das war einmalig.

 

Er nannte mir, die Namen der unterschiedlichen Bäume und woran ich sie erkenne.

 

Ich erinnere mich so krass, weil es so ein spezieller Moment für mich war.

Denn es war gefühlt der einzige Moment,

wo einfach nur wir, zwei, präsent zusammen waren. 

 

Und so, auch an diesem Tag,

als wir gemeinsam die Stelle im Wald aussuchten. 

 

Ja. Es war klar.

Es war inmitten des Waldes.

Kein Weg führte dorthin.

Es war eine kleine Lichtung und es war da,

dieser uralte, riesengrosse Baum.

Ich glaube der größte Baum vom ganzen Walde.

Was für eine Kraft er ausstrahlt. 

 

Ich wusste es, hier ist der Ort.

Hier wird die kleine Birke gepflanzt.

Hier kann sie gedeihen. 

 

Mein Vater hat den Ort wunderschön gestaltet,

mit Erde und mit Holzspänen,

er hat Herzen erschaffen,

er hat Finnenkerzen gemacht, die den Weg weisen. 

 

Er hat ein wunderschönes grosses Feuer gemacht.

Stundenlang haben wir in dieses Feuer geschaut.

Alle die da waren. Es war so still. So tief. So natürlich. 

 

Ich habe mit meinem  Vater zusammen

die Plazenta vergraben und darauf einen jungen Birkenbaum gepflanzt.

Wow.

 

Ich weine noch mehr.

 

Ich erinnere mich an diesen Tag. An diese Gefühle.

 

Und doch ist es alles so unreal. 

 

Ich halte meine kleine, feine, süße Tochter in meinen Armen.

 

Meine Armen werden langsam schwer und kraftlos, 

mein Bruder hält sie. Die Frau meines Bruders hält sie, 

meine Mam hält sie. 

 

Und ganz am Ende, dann doch auch noch,

sogar mein Vater, traut sich, seine Enkelin,

tot, in seinen Armen zu halten

und den Schmerz zu ertragen der da hochkommt.

 

Ja, er weint.

 

Ich sehe ihn zum ersten Mal in meinem Leben weinen. 

 

Und ich weine wieder. 

 

Meine Tränen sind gerade so heilsam.

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Gabriela Henne (Mittwoch, 31 Januar 2018 16:03)

    Oh Nicoletta.... mir fehlen die Worte. Ich fühle mit dir und weine mit dir. In Liebe, Gabriela

  • #2

    Erika (Mittwoch, 31 Januar 2018 16:31)

    LIEBE NICOLETTA DANKE DANKE FÜR DASS TEILEN,ES HATT MICH SEHR BERÜHRT.ES IST SO VERTVOLL DASS DU DIES TEILST,ICH , ES IST FÜR VIELE ELTERN DIE EIN KIND DEM HIMMEL ZURÜCK GEBEN SEHR SCHWIERIG,HABE EIN SCHWESTER DIE ES ERLEBT HATT.
    ICH BIN DANKBAR FÜR DICH DASS DU SO EINE NATÜRLICHE ART HAST UND DASS DU SO FRIEDVOL ABSCHIED NEHMEN KONNTEST VON DEM STERNLI, EINE BERNERIN UMMARMT DICH LIEBEVOLL WIE EINE SCHWESTER, ha di gern wie de bisch... Erika