Ein Date mit dem Selbstzweifel

 

Wieso 

wieso komm ich immer und immer

wieder

an denselben

Standpunkt

 

Ja

ich weiss schon warum

das Leben will mir

etwas sagen

etwas lernen

 

und ich habs einfach 

immer noch nicht hingekriegt

 

loslassen

unabhängig sein

und bleiben

 

mein Ding durchziehn

unabhaengig vom Aussen

 

egal wem ich begegne

egal wer mir den Kopf verdreht

egal wer mein Herz erobert

egal wer mich jede Sekunde

begleitet

 

es ist egal

 

und es ist so sauschwer

fuer mich

 

ich habe alles schon verloren

Ich habe keine Angst

auch dich zu verlieren

 

Ich weiss wie es ist

alles was ich Liebe 

in einem Augenblick

zu verlieren

 

Es ist nicht die Angst

alleine zu sein

 

Ich bin immer alleine

Ich bin gerne alleine

 

Was ist es dann?

 

Es ist die Sehnsucht

nach Liebe

nach Nähe

nach Wertschätzung

nach Anerkennung

 

Ok es ist nicht mehr die Verlustangst

es ist der Selbstzweifel

 

Ja

den kenne ich seit Kleinauf

 

Hallo Selbstzweifel

schoen, dass du 

mich wieder einmal besuchen kommst

 

Ich trinke gerade Tee

in der Bahnhofshalle

von Zürich

 

vielleicht magst du dich zu mir setzen?

 

es hat noch einen Stuhl frei

kannst hier mit mir einfach sein

und die Menschen 

an dir vorbeiziehen lassen

 

schlendernd

laufend

rennend

fahrend

tanzend

 

fliegend?

hab ich noch niemand gesehen

 

aber wenn wir nun hier zusammen

eine Lösung finden

bin ich es dann

die in der Bahnhofshalle 

tanzend rumfliegt

 

„Von mir aus gerne.“

sagt der Selbstzweifel

 

„Wie bitte?“ 

frage ich erstaunt.

 

„Ja, ich habe auch noch andere

Klienten, langsam wird es anstrengend.

Immer dasselbe, es ist so langweilig.“

 

 

„Ja wenn das so ist, komm doch einfach nicht mehr.“

Schlag ich vor. 

 

„Du weisst ganz genau, dass das nicht der Plan ist. 

Bevor ich endgültig gehe, musst du schon verstanden haben,

worum es hier geht und was genau der Grund ist, 

warum du immer

und immer wieder an derselben Stelle landest.“

 

Ich glaube, 

heute habe ich es verstanden.

 

Ich zweifle an mir selber. 

Mir fehlt Selbstliebe.

 

Ich habe das Gefühl

dass da jemand anderes ist

der mir all die Liebe schenken kann

nach der ich mich so sehr sehne.

 

Ich glaube auch ganz fest daran, 

seit ich ganz ganz klein bin.

 

Ich glaube aus tiefstem Herzen daran.

Dass da jemand ganz Besonderes ist.

 

JA- ICH WEISS ES!

 

Ich kann mir selber schon Liebe schenken.

Ich lerne da auch Tag für Tag mehr,

mein lieber Selbstzweifel.

 

Ich habe schon viel gelernt und ich liebe mich

auch schon viel mehr, als auch schon.

 

Ja ich mag mich. 

 

Doch ich glaube auch

dass ich mir alleine nicht genug geben kann.

 

Ich habe nicht diese Energie in mir

die ein anderer Mensch besitzt - diese

einzigartige Energie 

diese einzigartige Liebe

diese Ausstrahlung

die nur dieser eine Mensch hat.

 

Es hat doch jeder Mensch

diese ganz eigene spezielle Energie

auch wenn wir alle eins sind

und alle miteinander verbunden sind.

 

JA, ich weiss das ja. Aber diese Steigerung

meiner eigenen Energie durch eine zweite ganz 

bestimmte Person, diese Reibung,

dieses Herausfordern, dieses Zusammenschmiegen, 

dieses Wachsen, dieses Verschmelzen, es geht nur 

zu zweit.

 

Und ich will es auch zu zweit. 

Ich möchte das.

Es ist mein Wunsch.

Es ist mein Traum.

Es ist meine Vision.

Es ist meine Realität.

 

Unabhängig davon ob ich mich liebe oder nicht.

 

Ich wähle dieses Zusammenspiel zweier Wesen.

 

Und ja natürlich geht das erst

wenn Du 

Selbstzweifel

nicht mehr ein Teil 

von mir bist.

 

Denn diesen Platz den du einnimmt

der muss frei werden

fuer diese eine Person.

 

Dein Platz wird frei

er wird gefüllt von meiner Liebe

und diese Liebe schafft Raum

fuer ein zweites Wesen

weil ich habe so viel davon

ich habe zu viel davon

 

ich kann sie einfach verschenken

ich erwarte sie nicht mehr

ich brauche sie nicht mehr

und

ich darf sie dann auch einfach annehmen

wenn sie mir geschenkt wird.

 

Meinst du in etwa so?

 

Der Selbstzweifel

gibt keine Antwort.

 

Ich sitze hier

wieder alleine.

 

Er ist gegangen.

 

Ich verspüre noch den WIndhauch,

von seinem tanzenden Abgang.

 

 

Juli 2017

Nicoletta Buri 

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Künstlerin  

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NICOLETTA BURI

Auf der Reise nach Innen -

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