Scherben - Sterben

Gestern Abend,

stelle ich ganz bewusst

mein Glas auf unseren Brunnen.

 

Ich will es nicht reinnehmen.

Ich will es einfach da

auf den Brunnen stellen.

 

Es soll dort stehen.

Die ganze Nacht.

 

Wieso, weiss ich nicht.

Ich weiss nicht, wieso

ich das mache.

 

Heute Morgen,

seh ich es.

 

Das Glas in tausend

Splittern.

Scherben überall.

 

Ja.

Letzte Nacht tobte

ein Sturm.

Ich wurde wach.

Es war wie ein Tornado.

So wild und laut.

 

Das Glas, starb.

Fuer mich.

 

Es ist so,

als wäre ich

letzte Nacht gestorben.

 

Heute weine ich,

schon den ganzen Morgen.

Fühl mich Elend.

Leer.

Verloren.

Traurig.

Tod.

 

Weiss nicht was ich will.

Sehne mich nach der Verwirklichung

meiner Träume.

 

Ich weine und weine.

Alles hat keinen Sinn.

 

Was soll ich bloss tun.

 

Dann sind da diese Scherben.

Der Tod.

 

Der Tod, dieses Glases,

als Symbol meines eigenen Todes.

 

Es ist ein Neubeginn.

Ich fühle es schon seit Tagen.

 

Altes wurde nochmals

hochgespült und wollte gefühlt werden.

 

Eine intensive Woche.

Voller Tiefe.

Schwarz, wie die Nacht.

Schwer.

 

Da glitzern sie

in der Sonne,

die sterbenden Scherben.

 

Sie sind fuer mich da.

Ich bin sie.

 

Ich bin gestorben,

ein weiteres Mal,

letzte Nacht.

 

Heute ist die Neugeburt.

Und Geburten sind schmerzhaft.

 

Ja, da ist er

dieser Schmerz.

 

Trauer.

 

 

Nicoletta Buri - 30. April 2018

 

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